Der Glaube, der das Verstehen sucht
17. März 2027 18:30 - 20:00
Abtei St. Hildegard 1., 65385 Rüdesheim am Rhein, Kunstkeller
Prof. Dr. Günther Kruck
„Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von Euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die Euch erfüllt“ (1 Petr 3,15)
Im Ausgang und der Erläuterung des biblischen Zitats als Untertitel aus dem ersten Petrusbrief wird das Verhältnis von Glaube und Vernunft bedacht. Dass zwischen Glaube und Vernunft offenbar ‚eine Lücke‘ besteht, bestätigt die Alltagserfahrung. Denn was ich glaube oder glauben möchte, muss nicht unbedingt vernünftig sein. Glaube und Vernunft stehen sich in ihrem Verhältnis damit aber auch nicht einfach nur ‚neutral‘ als voneinander unterschieden gegenüber. Glaube und Vernunft können vielmehr gegenseitig sogar widersprüchlich bestimmt sein: Was geglaubt werden kann, ist nicht vernünftig, was vernünftig ist, kann nicht geglaubt werden. Der Gegensatz resultiert daraus, dass die Vernunft Gründe sucht, der Glaube aber meine unmittelbare Überzeugung ist, die scheinbar ohne Gründe auskommt, wie sich dies etwa auch in den Visionen der heiligen Hildegard zeigt. Gibt es diesen Widerspruch auch in der Theologie im Zusammenhang mit dem biblischen Zitat?
